Wir über uns

Die Rollstuhlrugbysportgruppe "Ulmer Donauhaie" wurde im Herbst 1996 von dem Ulmer Martin Schuth ins Leben gerufen. Martin war damals schon Nationalspieler der deutschen Rugbymannschaft und sammelte seine Erfahrungen und Erfolge parallel in anderen Vereinen, wie z.B. bei der SGR Wildbad und in Karlsruhe.

Die Idee war, die noch relativ junge Sportart "Rollstuhlrugby" flächendeckend in Deutschland aufzubauen um so jedem an Rollstuhlrugby interessiertem Tetraplegiker die Möglichkeit zu schaffen, diese Sportart in einem Verein auszuüben  Da im Bundesland  Bayern bislang erst die Münchner ein Jahr vorher eine Mannschaft (Munich Rugbears) gründeten entschloß Martin sich zu dem Versuch den Raum Ulm durch eine neue Rugbymannschaft abzudecken. Durch die jahrelangen sportlichen Kontakte zu den Basketballspielern und den Rollijoggern in seiner Heimatstadt waren die ersten interessierten Spieler schnell gefunden. Die TSG Ulm Söflingen, die bereits einige Rollstuhlgruppen zu ihrem Verein zählen kann,
war gerne bereit die neuen Spieler der Sparte "Rollstuhlrugby" aufzunehmen. Im Ulmer Rehabilitationskrankenhaus (RKU) wurde uns Donnerstag abends die Turnhalle zu Verfügung gestellt.
So begannen die Donauhaie (die noch fast ein Jahr "namenlos" waren) ihren Spielbetrieb. Von Anfang an dabei waren unsere "alten Hasen" Martin, Rainer, Alfred, Wolfgang, Uwe, Antonio und Heribert. Sehr große Unterstützung bekamen wir von unserem "Otto" Mitarbeiter des Dornstadtener Sanitätshauses "Häussler". In unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit richtet uns Otto noch bis heute unsere ramponierten Bamperstühle und versucht wirklich jeden einzelnen Spielerwunsch an dem betreffendem Stuhl zu verwirklichen und in die Tat umzusetzen. Ein ebenfalls riesiges Dankeschön müssen wir auf diesem Wege auch einmal an Klara und Eva, die Frauen zweier unserer Spieler weitergeben. Unzählige Male waren sie bereits hilfreich zur Stelle, um Handschuhe an unsere Hände zu tapen, uns nach einer Spielkarambolage wieder vom Boden in den Stuhl zu helfen oder uns auf jegliche Art und Weise einfach zur Seite stehen.

Unser erstes Trainingsjahr war nicht ganz einfach. Keiner außer Martin hatte anfangs große Ahnung von den Spielregeln dieser neuen Sportart und ein Trainer konnte leider auch nicht gefunden werden. Hinzu kam, daß zwar jedem Spieler dank Martin und der Firma Meyra ein älteres Rollstuhlmodell zur Verfügung gestellt werden konnte, jedoch entsprachen die meisten Stühle nicht den Anforderungen und Bedürfnissen die jeder Spieler an seinen Stuhl stellen muß um seine größtmögliche Leistung zu erzielen. Aber mit viel Humor und großem Einsatz eines jeden Spielers überstanden wir diese Anfangszeit, die auch ihre äußerst reizvollen Aspekte hatte. Viele Wochenenden in diesem Jahr deklarierten wir zu Trainingswochenenden, an denen wir Spieler von anderen Mannschaften einluden und ein anspruchsvolles Training Samstags und Sonntags durchführen konnten. So hatten wir dann an diesen Wochenenden erstmals so viele Spieler zusammen, daß zwei komplette Mannschaften gegeneinander spielen konnten. Die Samstagabende wurden jedesmal zu "kleinen Festen" verwandelt, die uns Spieler einander näher brachten, Freundschaften entwickelten sich, unser Zusammengehörigkeitsgefühl wuchs.
Bei einer nächtlichen Ramazottisause auf dem Wasserbett eines Mitspielers sagte einmal jemand:  wir werden sicherlich nie die Beste Mannschaft - aber die Lustigste sind wir schon!

Letztes Jahr, im Herbst 1997 stiegen wir dann in den Ligabetrieb ein. Mittlerweile hatte jeder Spieler einen passenden Stuhl, wir sind alle klassifiziert worden und wir hatten Spielerzuwachs bekommen, so daß wir nun in der Lage waren, manchmal auch mit Engpässen, vier Spieler mit insgesamt acht Punkten auf das Spielfeld zu bringen. Unser Fußgänger, Gunther, ein Freund von Alfred absolvierte einen Schiedsrichterlehrgang und wurde offiziell für dieses Amt zugelassen, ebenso Eva und Klara als Tischschiedsrichter.  Durch unzählige Trainingsausflüge in den vorherigen Wochen nach Braunau/ Österreich, nach München, nach..wo warst Du Rainer mit Alfi & Wolfg.??sowie als Zuschauer zu anderen Ligaspielen  und größeren Turnieren in München und Heidelberg wagten wir den eigenen Anfang, als Donauhaie im Ligabetrieb aufzutreten.  Anfangs wurden wir belächelt als "Haifischchen" oder "Sprotten" bezeichnet, schnell wurde unseren Gegnern jedoch klar, daß wir durchaus Ernst zu nehmen sind.
Zwar fehlt es uns noch an der nötigen Spielerfahrung und auch taktisch haben wir noch viel zu lernen, das war ganz klar an unseren ersten Ligaspieltagen in Karlsruhe, Ulm, St. Georgen und Bochum zu spüren, wir konnten nur wenige Erfolge für uns verbuchen. Jedoch haben wir ein sehr gutes buntes, punktgemischtes Spielerpotential in den vergangenen Wochen hinzu bekommen und auch das Material unserer Stühle hat mittlerweile eine hochkarätige Form angenommen, so daß wir frohen Mutes und mit viel Freude in den kommenden Ligabetrieb, unsere zweite
Runde, einsteigen werden. Und dann sogar mit einem eigenen Trainer!

Wer mehr über uns wissen möchte, oder vielleicht  mal an einem unserer Trainingsabenden reinschnuppern möchte kann dies gerne tun. Wir sind eine recht fröhliche, junge Mannschaft und freuen uns über jeden "Neuen", der Interesse an dieser Sportart zeigt.

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