Internationaler Häussler Schwaben-Cup 2003

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Im vierten Anlauf haben die Ulmer Donauhaie erstmals ihren heimischen Schwabencup gewonnen. Andreas Bürgermeister (rechts) und Wolfgang Mayer (2. von rechts) setzten sich hier gegen tschechische Spieler durch.
FOTO: MARIA MÜSSIG
ROLLSTUHL-RUGBY
Ulmer Donauhaie triumphieren beim Schwabencup

Die Iren schauen staunend zu
Angereist als Titelverteidiger, fliegen Rollstuhl-Rugbyspieler aus Irland als Sechstplatzierte nach Hause. Doch nicht das Team von der grünen Insel hat sich verschlechtert. Der Schwabencup in Söflingen hat vielmehr gezeigt, dass das Niveau hierzulande immer höher wird.

TINA ZANDER

Seine Beine sind nur noch Stümpfe, der linke Arm hört dort auf, wo eigentlich der Ellenbogen ist. Doch Salih Köseoglou nimmt seinem Gegner den Ball ab, dreht im Rolli Pirouetten und fährt in einem Mordstempo den Ball über den Zielstrich. Die Rollstuhl-Rugbyspieler der Ulmer Donauhaie haben im Finale des 4. Internationalen Schwabencups mit dem torgefährlichsten Mann der Heidelberg Lions ihre liebe Mühe.
 
Köseoglou wird von einem Gegner gerammt, sein Rollstuhl kippt um, er liegt am Boden. Köseoglou kommt allein wieder auf die Räder. Ein Zuschauer meint: "Das schafft sonst kein Rollifahrer."
 
Doch ein Topspieler allein reicht nicht. Durch ihre bessere Mannschaftsleistung konnten die Ulmer Donauhaie mit Wolfgang Mayer, Reiner Schneider, Heribert Grimm, Andreas Bürgermeister und Antje Funk den Finalkrimi für sich entscheiden. 24:24 stand es noch zu Beginn des letzten Viertels, doch dann ging den Heidelberger Champions-League-Spielern die Luft aus.
 
Sechs Punkte brummten die Bundesligisten der TSG Söflingen in den letzten acht Minuten ihrem Gegner noch auf. Damit haben die Haie erstmals in vier Jahren den eigenen Schwabencup gewonnen.
 
Die Titelverteidiger durften beim Finale nur staunend zuschauen. Die Gaelic Warriors aus IrIand waren als Favorit gekommen und treten heute als Sechstplatzierter unter acht Mannschaften die Heimreise an. Doch von Depression ist bei den Männern von der grünen Insel nichts zu spüren: "Nicht wir sind schlechter geworden, sondern das Niveau der deutschen Teams ist wahnsinnig gestiegen", meint Micheal oFlatharta.
 
Mit der Fähre zum Spiel
Mit sieben Aktiven ist quasi die irische Nationalmannschaft angereist. "Es gibt nur zehn Spieler im Land", erklärt oFlatharta. Die Ulmer traten beim Cup mit mehr Spielern an als es in ganz Irland gibt. Deshalb spielen die Iren in der britischen Liga - hunderte Kilometer Anreise und Fährüberfahrt inklusive.
 
In Deutschland findet der Sport hingegen immer mehr Zuspruch. Haie-Trainer Schneider schätzt die Spielerzahl auf 300. Champions League, Bundesliga, Zweite Liga und Basis-Liga - jüngst ist noch eine Klasse für Rollifahrer entstanden, die stark in ihrer Handfunktion behindert sind. In Söflingen haben rund 60 Rolli-Fahrer um Punkte gekämpft. "Vielleicht", hofft der Ire, "zieht ja jemand mit auf unsere Insel."

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last updated: 23.06.2003; © 1998